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Bachelorarbeiten im Studiengang Komplementärmedizin und Management mit der Vertiefungsrichtung Podologie

Um allen einen kleinen Einblick in die aktuelle akademische Aktivität der Podologie zu ermöglichen, stellen wir Ihnen, mit Einverständnis der Verfasserinnen, hier die Abstracts einiger Bachelorarbeiten aus dem Studiengang "Komplementärmedizin und Management mit der Vertiefungsrichtung Podologie" vor.

 

Die Reihenfolge erfolgt alphabetisch sortiert nach den Nachnamen.

Zusammenfassung


Das Ziel der vorliegenden Bachelorarbeit ist es, die Funktionalität und Wirksamkeit der Dynamischen Orthese nach Weber in der Wundversorgung am diabetischen Fuß zu untersuchen und zu dokumentieren. Dazu wurde in einem Zeitraum von 6 Monaten eine prospektive Pilotstudie in der Diabetischen Wundambulanz am Klinikum Reutlingen durchgefuhrt. Die Dynamische Orthese nach Weber ist ein orthopädisches Hilfsmittel, das zur Druckentlastung am diabetischen Fuß eingesetzt werden kann. Sie kann sowohl zur Primär- oder Sekundärprophylaxe als auch zur Behandlung von Fehlstellungen bei Ulzerationen am Vorfuß angewendet werden. Hergestellt wird sie aus einem 2-Komponenten Silikon mit geeigneter Shore-Härte und wird nach Mass beschliffen. Im Gegensatz zu Orthosen, arbeitet die Dynamische Orthese nach Weber in der Bewegung und führt dadurch zu einer zusätzlichen Stellungskorrektur beider kleinen Zehengelenke. Die wissenschaftliche Studie umfasste 20 Teilnehmer, 12 Männer und 8 Frauen, das durchschnittliche Alter betrug 70,5 Jahre. Alle Teilnehmer zeigten eine apikale Ulzeration am Fuß auf, kombiniert mit einer isolierten diabetischen Neuropathie. Der Ausschluss einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit sowie die vorausgegangene Versorgung des Patienten mit einer orthopädisch-technischen Schuhversorgung waren als Eingangskriterien vorgegeben. Um eine Wirksamkeit nachweisen zu können, wurden die Teilnehmer in eine Experimentalgruppe und eine Kontrollgruppe eingeteilt. Die Kontrollgruppe (n=10) und die Experimentalgruppe (n=10) wurden mit einer stadiengerechten Wundversorgung behandelt. Die Experimentalgruppe bekam eine zusätzliche Versorgung mit einer Dynamischen Orthese nach Weber. Alle Teilnehmer wurden wöchentlich über einen Zeitraum von vier Wochen einbestellt. Das zu untersuchende Merkmal war die größte Ausdehnung der Wunde in der zweidimensionalen Darstellung. Daten über die Entwicklung der Wundstadien sowie die ermittelten Abmessungen der Wunde wurden gesammelt und analysiert.


Zusatzlich wurde ein ökonomischer Vergleich mit einer Behandlung ohne den Einsatz einer Dynamischen Orthese nach Weber gezogen.

Verfasserin

 

Lara FeĂźmann B.sc.

Zusammenfassung


Die Gesundheitsversorgung in Deutschland befindet sich in einem Wandel. Zum einen durch die
stetige Zunahme von chronische Erkrankungen, dem demographischen Wandel und natürlich durch den enormen medizinisch-technischen Fortschritt. Die Gesundheitsfachberufe müssen sich hierdurch immer höheren und komplexeren Anforderungen in der täglichen Versorgung von Patienten stellen. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, setzt dies zum einen ein Umdenken und eine Neustrukturierung des deutschen Gesundheitswesens voraus, zum anderen wird eine Verankerung von interdisziplinären und kooperativen Vorgehensweisen in den jeweiligen Studiengängen/Ausbildungen benötigt, um einen disziplinübergreifenden Ansatz in der täglichen Versorgung von Patienten zielführend umsetzen zu können.


Auch die qualitätsgesicherte Versorgung und Behandlungen von Patienten mit einem diabetischen Fußsyndrom erfordert, dass mehr interdisziplinäre und kooperative Ansätze in der Zusammenarbeit der einzelnen, an der Behandlung beteiligten, Gesundheitsberufe mit der Ärzteschaft verankert werden. Gegenstand dieser Bachelor Thesis ist es daher aufzuzeigen, welche Möglichkeiten und Chancen sich aus einer interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Podologen aus Sicht der Ärzte entwickeln können. Hierfür wurde ein Fragebogen entwickelt. Ziel der Arbeit war es, anhand einer Umfrage unter Ärzten im Umkreis von ca. 60 km rund um Tauberbischofsheim in Baden-Württemberg zu untersuchen und zu ermitteln in wie weit sich solche Chancen und Möglichkeiten im interdisziplinären Bereich entwickeln können.


In der Bachelor Thesis werden hierfür die Hintergründe beleuchtet, warum Interdisziplinarität
generell einen wichtigen Bestandteil in der Patientenversorgung darstellt und aus welchen Gründen diese oftmals, bezogen auf die Podologie, nur ungenügend oder gar nicht mit der Ärzteschaft oder anderen Medizinalfachberufen praktiziert wird. Auf diese Weise soll aufgezeigt werden wo eventuelle Defizite in der Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Podologen liegen. Ferner soll herausgefunden werden, inwieweit die ärztliche Einstellung und das momentane vorhandene Wissen über das Tätigkeitsfeld der Podologie bei den Ärzten, Auswirkungen auf die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Podologe und Arzt haben. Im Folgenden werden die Begriffe Interdisziplinarität und Transdisziplinarität definiert und im Zusammenhang mit der Fragestellung beschrieben. Der Schwerpunkt der Bachelor Thesis liegt auf der Erläuterung der Umfrage mittels des entwickelten Fragebogens sowie der graphischen Darstellung und der statistischen Auswertung der Ergebnisse.

Verfasserin

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Sabine Karl-Greubel B.sc.

Zusammenfassung


Im Schwerpunkt beschäftigt sich die Bachelorthesis mit dem 3. Ausbildungsjahr der Podologie, was so nicht in Deutschland vorhanden ist. Impulse zum Erstellen sind, die internationale Anerkennung und damit verkoppelte Chancengleichheit auf dem internationalen Arbeitsmarkt. Dazu kommen eingeschränkte Möglichkeiten der Weiterqualifikation auf nationaler Ebene und damit einhergehend, die Beschränkung der Kompetenzentwicklung im Behandlungsfeld. Die momentane Situation lässt eine Einstufung im Kontext zum europäischen Qualifikationsrahmen auf Niveaustufe 3 zu, dies ist primär mit der Ausbildungsdauer substantiiert. Alleine eine Verlängerung der Ausbildung um 1 Jahr würde eine Anhebung auf Niveaustufe 4 begründen. Inhaltlich wird das 3. Ausbildungsjahr zur Kompetenzentwicklung deutlich beitragen, da die bisher 2-jährige Ausbildung, dies alleine zeitlich nur eingeschränkt ermöglicht. Auf europäischer Ebene werden homogener Ausbildungsgänge gefordert, um diese vergleichbarer zu machen und Möglichkeiten für alle Berufstätigen zu schaffen, um auf dem europäischen Arbeitsmarkt tätig werden zu können. Die Systeme der Bildung der einzelnen Länder sind eher heterogener, hier sind einige Instrumente entwickelt worden um die Unterschiede zu verringern. Eins dieser Instrumente ist der EQR (europäischer Qualifikationsrahmen), dieser wird durch 8 Deskriptoren beschrieben und erklärt Lernergebnisse, Qualifikationen und Kompetenzen. Dazu wurde 2013 der DQR (deutscher Qualifikationsrahmen) an den EQR gekoppelt, dieser soll auf nationaler Ebene das deutsche Bildungssystem transparenter machen. Diese Elemente zur Entwicklung eines gemeinschaftlichen europäischen Bildungsraums sind aus dem Prozess „Strategischer Rahmen für die europäische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der beruflichen Bildung“ entstanden. Dort werden strategische Ziele zur Berufsbildung bis 2020 beschrieben und festgelegt. In den anderen europäischen Ländern (außer Österreich), ist das Berufsbild des Podologen auf Niveaustufe 4-6 des EQR eingestuft, dies erschließt sich über die Ausbildungsdauer (in der Regel 3-4 Jahre) und den Ausbildungsinhalten zur Entwicklung von Kompetenzen und Qualifikationen im beruflichen Handlungsfeld. Für die Weiterentwicklung der Podologieausbildung in Deutschland ist die Ausbildung und die Weiterqualifikationen der Länder Schweiz und Niederlande näher betrachtet worden, diese Länder haben trotz unterschiedlicher Bildungssysteme ein höheres Ausbildungsniveau und dadurch mehr Sachkenntnisse und Qualifikationen im Berufs-bzw. Handlungsfeld. Die niedrige Handlungskompetenz des in Deutschland tätigen Podologen wird auch, mit in Deutschland unterschiedlichen Regularien durch andere Gesundheitsberufe begründet. Dieses Dilemma besteht hauptsächlich durch das Heilpraktikergesetz und die in Deutschland einzigartige Autorität der Ärzte, dies existiert in der Form nicht auf internationaler Ebene. Weitere Impulsgeber für die Thesis kommen aus den Forderungen der Robert-Bosch-Stiftung und dem deutschen Wissenschaftsrat, sowie dem Arbeitspapier der CDU/CSU zum Thema „Heilmittelerbringer direkter in die Versorgung einbringen“, Hauptakteur ist hier Dr. Roy Kühne. Die Forderungen beschäftigen sich im Kern mit dem Ausbau der Qualifikationen und Handlungsfähigkeiten der nichtärztlichen Heilberufe, der
wissenschaftlichen Arbeit in dem Bereich, der sich veränderten und entwickelnden Anforderungen im Gesundheitssektor. Bestätigt werden diese Forderungen in der GesinE-Studie, diese beschäftigt sich mit den 16 Gesundheitsfachberufen in Europa und hat nach Vergleichbarkeit dieser gefragt. Das Fazit dieser Studie ist, dass eher die Ausbildungen, Qualifikationen und Kompetenzen in dem Bereich heterogener sind. Deutschland ist im Bereich der Podologie am unteren Niveau angesiedelt. Ein Rahmenkonzept bzw. Vorcurriculum zum 3. Ausbildungsjahr ist als Hypothesengebilde entstanden.


Es wird der Bildungsbedarf mit einer Analyse der Zielgruppe, externe Einflüsse, Trends im Bereich der Podologie ermittelt, um Ideen für das Rahmenkonzept zu entwickeln. Zusätzlich prägen Ideen über die Analyse der Ausbildungsgänge Podologie, der Länder Schweiz und Niederlande, dass Rahmenkonzept. Ein didaktisches Konzept ist konzipiert worden um die Realisierung des 3. Ausbildungsjahrs zu erleichtern. Die kritisch-konstruktive Didaktik nach Wolfgang Klafki und das hermeneutische Modell zur Unterrichtsplanung sind darin eingegliedert. Im Weiteren wurden Methoden eruiert und ein Methodenpool zusammengestellt, dies sind Instrumente um den Wissenstransfer zu unterstützen und hat für Lehrende die Funktion eines Ideengebers. Die weiteren Schritte sind das entwickeln eines Vorcurriculums, in dem Lerninhalte, Kompetenzen, Stundenangaben und die Einteilung der Themen im Sinne von Lernfeldern beschrieben werden. 

 

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Hierzu sind Themen zur höheren Kompetenzentwicklung in der Podologieausbildung hinzugekommen:


- Diagnosestellung und TherapiemaĂźnahmen entwickeln
- Untersuchungsmethoden zur klinischen Untersuchung der Füße und der Arm-Knöchel-Index
- Podotherapie im Bereich FuĂź, als Therapie die Spiraldynamik und das Kinesiotaping
- Körpertherapie über die Behandlung am Fuß: Fußreflexzonenmassage
- Chirurgie des Nagels und dessen Umgebungsstrukturen, Wundversorgung
- Praxismanagement

 


In der Prospektive wird sich mit der Weiterentwicklung des Vorcurriculums befasst, die
abschließende Aussage lässt eine positive Bewertung zum 3. Ausbildungsjahr in der Podologie
erkennen.

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